2007/09/15

Kamloops Lake und endlich ein Boot

Mein zweiter Eintrag des (nun schon gestrigen) Tages widmet sich unserem Ausflug zum Kamloops Lake. Man stelle sich vor: die zwei Thompson Rivers, die hier in der Stadt zusammenkommen, fließen weiter nach Westen und werden hinter der Stadt zu einem sehr sehr langen (29 km), aber schmalen (1,6 km breit) See, der aussieht wie ein Bumerang, mit einem Knick drin. Ans andere Ende des Sees, nach Savona, sind wir mit dem alten, wegen des defekten Auspuffs unheimlich lauten und bergauf nach Abgas stinkenden Honda von Genevieve gefahren. Meist am See entlang, aber natürlich mussten wir die Berge hoch und wieder runter usw, das heißt wir hatten es weniger bequem als der See. Dan hatte jedenfalls gelesen, dass es dort in Savona einen Kanuverleih gibt. Nachdem wir erst einmal quer durch den Ort gefahren sind, der traumhaft idyllisch ist, total gepflegt, recht klein, inmitten fast unberührter Natur, haben wir dann den angeblichen Verleih gefunden. Es war aber niemand da, überhaupt sah es mehr aus, als wäre die Saison schon vorbei oder zumindest Mittagspause, wobei letzteres unsere Hoffnung war. Also Auto parken, Zettel an die Scheibe geklemmt und erst mal in der Mittagssonne bei über 30 Grad am Strand entlang. Ich war einmal mehr froh, meine Halbstiefel angezogen zu haben, obwohl sie gefüttert sind. Aber da der Strand maßgeblich, fast ausschließlich, aus verschieden großen Steinen bestand, hätte ich mir andernfalls wohl die Knöchel gebrochen. So war es zwar warm am Fuß, aber tolles Wandern. Viel passiert ist diesmal nicht unbedingt, für Eichhörner und Elche (haben wir erwähnt, dass wir letztes Wochenende auch Elche oder was auch immer haben röhren hören?) war es eher auch zu steinig und zu unwaldig obendrein. Dafür gab es Strandspinnen in Massen, die immer dann vorbeischnellten, wenn man einen besonders schönen Stein gefunden hatte und ihn aufhob (meine Tasche wurde schwerer und schwerer), außerdem gab es ein paar Pflänzlein, viel glatt gewaschenes Holz, ewig lange Güterzüge, die am anderen Ufer am Berg entlang fuhren und natürlich Steine. Steine über Steine. Aber keine langweiligen, sondern rote und grüne und blaue und alle möglichen Farben. Meine Lieblinge sind ein weißer runder Stein mit roten, erhabenen und zum Teil glitzernden Ornamenten darauf, ein ganz kleiner tropfenförmiger, der außen grünlich und innen (er ist an einer Ecke abgeplatzt, daher sieht man es) strahlend blau ist und für den ich mir eine Fassung machen lassen werde, ein rostiger roter mit Loch, ein Stein mit tausend winzigen Löchern, in denen, wie Genevieve vermutet, kugelförmige Versteinerungen von Muscheln in allen Farben wohnen und die Druse, die ihr auf einem der Fotos seht. Sie ist die erste Druse, die ich selbst gefunden habe. Als Druse wird ein Mineral bezeichnet, das einen Hohlraum in sich hat, in welchem über die Zeit (lange Zeit) Kristalle gewachsen sind, nur zur Info, für die, die es nicht kennen. Früher habe ich ja einmal Mineralien und (Halb-)Edelsteine gesammelt und kenne mich daher ein wenig aus und bin jetzt über diesen Fund unglaublich glücklich. Selbst, wenn wir kein Boot mehr gefunden hätten und der Tag ab dann nur noch schief gelaufen wäre - meiner Freude wäre nicht beizukommen gewesen. Aber genug der Schwärmerei. Anfangs haben wir uns gefragt, ob es überhaupt Muscheln gibt, denn es ist ja kein Meer, aber dann haben wir doch ein paar wenige gefunden. Irgendwann sind wir wieder umgedreht, zurück zum Auto, in der Hoffnung, die Bootsvermieter wären nun da.
Sie waren da. Aber nur privat. Inzwischen hatte die Verleiherin nämlich "real work" gefunden und daher gab es keine Kanus mehr. Nun denn. Aber sie wusste auch genau, dass es nirgendwo am Kamloops Lake einen einzigen Verleih gibt. Zu wenig Nachfrage. Dumm gelaufen. Wir wollten schon wieder nach Hause fahren, da kam ich auf die Idee, den kurz vor Savona ausgeschilderten Tunkwa Lake zu suchen. Gesagt, getan, Dan quälte den Honda steil den nächsten Berg hinauf, um die Serpentinen bis nach ganz oben. Dort endlich kamen wir zunächst einmal an einen Salzsee, wie wir schon ähnliche, aber mit weniger Wasser und mehr Salz, bereits vom Highway aus gesehen hatten. Aber dort kann man ja nicht einfach so anhalten und schauen gehen. Hier schon, also sind wir ran zum See und, natürlich, gekostet. Das heißt, nachdem wir mindestens 50 Heuschrecken aufgejagt hatten. Der See jedenfalls war, wenn auch nur gering, salzig. Und die Luft roch wie die Hallenser Saline. Dan sagte, wie alte Bonbons. Wie dem auch sei, sie roch, wie Salz eben riecht, wenn es noch nicht nach tausenderlanger Bearbeitung im Streuer gelandet ist.
Dann ging es weiter zum Tunkwa-See, der auch bald kam und dort gab es dann endlich Boote. Zwar nur Motor- und Ruder-, aber immerhin. Wir wählten das Ruderboot. Und dann hat uns Dan 2 Stunden über den überschaubaren See manövriert. Dabei gab es Haubentaucher zu sehen und fliegende Forellen (dieser kleine See ist, wie ich gerade von Dan erfahre, 1993 der Weltmeisterschaftsaustragungsort fürs Fliegenfischen gewesen), große Libellen und viel Wasser. Zwischendurch gab es auch eine Picknickpause mitten auf dem See mit selbst geschmierten Broten und Banane. Kurz nach fünf war dann Heimweg angesagt, wir sind schließlich immernoch Katzenersatzeltern und die Miezen sollen nicht so lange alleine draußen sein, sagt Gen. Und wo sie recht hat, hat sie recht, denn als Mokka irgendwann von seinem Ausflug wiederkam, hatte er nicht nur mal wieder Fell bei einem Kampf verloren, sondern sich auch gleich richtig eine langen lassen, sodass er nun eine vorzeigbare Wunde hat. Heute gibts dafür Hausarrest, wir wollten ja nicht, dass er zum Krüppel wird bis Gen wiederkommt (was heute geschah, aber sie ist schon wieder weg, Levon bis morgen besuchen, der ja seit über einer Woche auch fort ist und auch noch drei Wochen fort bleibt).
Ein schöner Tag also, aber wieder kein Kanu. Das bleibt uns somit offen für eines der nächsten Wochenenden. Muss ja auch spannend bleiben für euch. Und die Bärenjagd kommt auch noch, Julia, wir tun alles in unserer Macht stehende.
Hier seht ihr einen der vielen Trucks mit Holzladung, die ständig hier herumrauschen und den Weg nach Savona.

Ein kleiner Halt, um die Aussicht zu genießen an einer Haltebucht. Rechts und links der Kamloops Lake, in der Mitte Dan und der Honda.

In Savona angekommen, aber noch nicht am Kanuverleih.

Spaziergang am Steinstrand, weil der Kanuverleih zu hat.

Wasser, Dan, viele Steine, etwas Holz, einige Federn, Julie und ein Herz :)

Wer suchet, der findet: links Strandspinne, mitte Teil eines Elchknochens, rechts ein großer Stein mit Muster.

Hier der See einmal noch von der Straße aus und rechts vom Strand.

Druse gefunden in den Weiten der Steine! Auch Dan sucht fleißig weiter.

Links ein Zug und recht ein Zug und in der Mitte beide.

Muschel, Häuptling Dan und ein tapferes Pflänzchen mitten in toter Natur.

Auf dem Weg zum Tunkwa Lake ging es durch Wald und Feld und viel bergauf.

Ein Salzsee - Salz am Ufer und Salz an den Baumstämmen (genau hinsehen!).

Salzufer, besalzte Pflanzen im Wasser und Salzgestrüpp.

Endlich am Tunkwa Lake bzw auf ihm mit Ruderboot und Steuermann Dan.

Ein Haubentaucher, Dan manövriert und dann ist die Zeit auch schon um und es geht zurück.

Der Heimweg schon mit Abendsonne und wieder einmal Kühe im Weg.

Bergige und kurvige Straßen auf dem Rückweg.

Pause zum Aussichtgenießen an einem Scenic Lookout und weiter, vorbei an vielen anderen Salzseen.


Wieder in Kamloops angekommen - ein schöner Tag geht vorbei.

Wochenrückblick

Wahrscheinlich fragt ihr euch schon, ob ich überhaupt noch da bin, hab ja die ganze Woche seit Montag nichts geschrieben. Das liegt aber vor allem daran, dass ich hier immer fleißig unsere Hausaufgaben mache und die Vorlesungen besuche, während Dan sich nen Bunten macht mit kostenlosem Essen, Kuba und Kunst.. Nur ein Spaß. Aber wir hatten wirklich viel zu tun diese Woche, Donnerstag gab es schon den ersten Test in unserem Bibel/Klassikkurs. Wir mussten den ersten Psalm auseinandernehmen, damit unser Dozent weiß, ob wir textnah lesen können, wie wir so schreiben und ob wir tausend Fehler machen. Für die sechs Verse hatten wir übertriebene 45 Minuten, weshalb ich natürlich glatt den fünften vergessen hab und sowohl Dan als auch ich haben verpeilt, dass der Prof gesagt hat, wir mögen bitte zweizeilig schreiben, damit er kommentieren kann. Nun denn, mal sehen, was es wird. Aber es macht ja auch nur 5% der Endnote aus.
Ansonsten hatte ich eine interessante Woche. Seit Mittwoch fühle ich mich plötzlich sehr europäisch, viel weniger deutsch (wenn ich mich überhaupt je deutsch gefühlt habe). Ich weiß nicht, wie es kommt, aber wir haben auch im Theaterkurs über die Identität der Kanadier geredet, die ja wie gesagt sehr schwierig festzumachen ist und plötzlich verglich Jim, der Dozent, Kanada mit Deutschland und hieß mich offiziell für alle willkommen. Er meinte, eine Parallele gibt es insofern, als dass auch wir momentan nach einer Identität suchen würden, weil wir uns auf unsere Geschichte nicht so recht berufen können bzw wollen. Ähnlich ging es ja auch den Aboriginies in Kanada und bis heute lässt sich Kanadas Identität ja schlecht an Geschichte festmachen, weil die einen hier eben schon immer waren und die anderen erst seit maximal dreihundert Jahren hier sind. Dabei jedenfalls fiel mir auf, was mein Hildesheimer Literaturprof seit dem ersten Semester predigt, nämlich, dass wir Europäer insgesamt recht gemeinsame Wurzeln haben, eine ähnlich alte und eine zusammengehörende Geschichte, alle (oder fast alle) christlich geprägt. Und auch wenn sich die Mentalität eines Franzosen sich unglaublich von der eines Deutschen und wiederum der eines Schweizers unterscheidet, irgendwie gehören wir doch zusammen und haben viel mehr gemeinsam als wir glauben.
Ergo: Ich bin Europäerin neuerdings. Und ihr?

2007/09/14

streberdasein, konferenz und kostenloses essen..

um nicht als totaler streber zu gelten und vor allem, um nicht meine gesamte zeit hier mit lesen, schreiben und denken zu vergeuxxxxbringen, habe ich, wie schon gelesen, einen meiner fünf kurse abgewählt. die dazugehörigen bücher sind schon wieder zum laden zurückgebracht. 45 $ zurück aufm konto, yay. außerdem durfte ich heute dem Canadian literature-kurs fernbleiben, um mir einen teil einer konferenz anzuhören, die zur zeit auf dem campus stattfindet. der name ist ein bisschen unhandlich ("Still the 'Last Best West' or Just Like the Rest?"), aber die beiträge sind zum teil ganz spannend. ich habe mir also den beitrag von Raul Rodriguez Rodriguez über die interessante dreiecksbeziehung zwischen Kuba, Kanada und den USA angehört und mir fleißig notizen gemacht. das ganze lässt sich nämlich prima in Canadian Studies verwursten. mein essay-thema in diesem kurs ist fast exakt dasselbe. nach dem konferenzbeitrag bin ich noch zur eröffnung der zur konferenz gehörigen kunstausstellung gegangen, um mir die kunst anzusehen und das leckere kostenlose essen wegzumampfen. "catering by earl's restaurant", da muss man mal zum essen hingehen, glaub ich.
so, das reicht euch jetzt völlig. Julie schreibt aber nachher vielleicht trotzdem noch was. bye now.

2007/09/11

Sehr viel Kanadisches und noch mehr Sonne

Heute habe ich schon eher Schluss als Dan, der gerade noch fleißig seinen letzten beiden Kursen dieses Tages folgt. Ich bin schon zu Hause und werde mich gleich an Hausaufgaben und Hausarbeit setzen, auch wenn es schwer fällt, denn die Sonne scheint unglaublich und draußen ist es so warm, dass ich spontan wieder ins Haus gegangen bin zum Arbeiten. Ich hoffe aber natürlich, dass das gute Wetter sich noch ein paar Wochen hält, damit noch viele Ausflüge ins Land folgen können.
Heute hatten wir erstmals "Canadian Studies", das heißt morgens eine zweistündige Vorlesung, nachmittags das einstündige Seminar dazu, das Dan und ich übrigens getrennt voneinander haben, weil unser Stundenplan eben doch nicht immer der gleiche ist. Haben wir eigentlich schon erwähnt, dass eine Stunde hier tatsächlich eine Stunde meint? Beziehungsweise beginnt man x.30 und hört x.20 auf, sodass es mindestens 50 Minuten sind, bei Doppel- oder Dreierstunden aber immer die volle Stunde mit einschließt. Ja, so anstrengend ist das Lernen hier.
Aber zurück zu den kanadischen Studien. Sicher erwartet ihr spätestens hier die Antwort auf die bisher von uns umgangene Frage: Wie sind Kandier? Wer sind diese Leute, was ist charakteristisch? Nun ja, das ist gar nicht so einfach, ich verweise da nur an meine Versuche, kanadisches Essen zu kochen ganz am Anfang. Und dann dabei feststellen musste, dass es bis auf einige spezielle Abwandlungen von Gerichten, nicht existiert, sondern bunt aus allen Menüs der Welt zusammen gemischt ist. Natürlich durch amerikanischen Einfluss viel Fast Food, noch mehr als bei uns (siehe Eintrag vom Freitag..), aber das ist ja ein genereller Trend. Ähnlich jedenfalls die Kandaier. Ein Kanadier ist nämlich auch mehr so jemand, der alles sein kann, aber eben weniger typisch kanadisch. Wobei heute in einer Diskussion zu diesem Thema für mich die Quintessenz war (was ich auch schon vorher unterschwellig bemerkt hatte) ist, dass Kanadier sich mehr darüber definieren, NICHT US-Amerikaner zu sein. Jemand im Kurs formulierte ganz treffend, dass viele wohl nicht sonderlich über die eigene, kanadische Politik bescheid wissen, aber über die der USA, weil sie den Fernseher laufen lassen, wenn Mr. Bush sich zum Löffel macht (und sich darüber freuen), bei Stephen Harper aber mit der Einstellung "Whatever" abschalten. Wobei ich finde, dass Kanadier gar nicht so weit von ihren Nachbarn entfernt sind, wie sie es sich vorstellen. Dan sprach irgendwann bereits Dinge an wie Verschwendung von Wasser und Strom, große Autos etc..
Aber es gab heute auch noch eine andere Theorie, die uns unsere Dozentin kurz vorgestellt hat. Nämlich sagt John Ralston Saul, dass Kanadier den Skandinaviern sehr ähnlich sind. Zum Teil mag das auch stimmen, denn zum Beispiel die "Comfort Zone", also der Bereich, den man als Abstand um sich herum zum Nächsten wahrt, ist etwa ähnlich groß und damit riesig im Vergleich zu der meinigen etwa, die auch schon größer sein dürfte als die eines Ruhrpottlers, denn sie ergibt sich immer ganz natürlich aus der Menge Platz, die man im Land so um sich hat und in Mecklenburg leben ja doch nicht soooo viele Menschen. Aber in Kanada eben noch weniger..
Und am Wochenende habe ich auch ganz live und hautnah festgestellt, dass Geographie, Pflanzen, Tiere an Norwegen und Schweden erinnern. Auf die Wasserfälle und ganz großen Berge mit Schnee freue ich mich auch schon, obwohl ich in Norwegen ja mehr als genug davon hatte.
Im Übrigen ist Dan doch schon da, denn er wird den letzten Kurs bleiben lassen, weil er sonst seine Hausaufgaben zum Dienstag nicht schafft, die er erst Montag bekommt. Aber vielleicht sucht er sich ja noch einen Mittwochskurs, dann muss ich nicht immer alleine zur Uni an dem Tag.
Zu guter letzt möchte ich meine lieben Großeltern hier begrüßen, die mit ein wenig Hilfe nun auch den Weg ins Blog gefunden haben. Hallo Omi und Opi! Wie schön, dass ihr da seid und nun auch ab und zu einen Kommentar schreiben könnt! Und wo ich gerade beim Grüßen bin: natürlich winke ich jetzt auch allen anderen Familienmitgliedern von uns beiden, allen lieben Freunden und jedem, der hier von Zeit zu Zeit vorbei schaut! Eine dicke Sonderknuddelung vor allem an unseren Dauerkommentator Alex und noch eine an Julia und Henes, die ja auch noch nicht lange bei uns sind. So, das wars aber nun erst mal.

2007/09/10

jetzt fehlen nur noch die drei Tiger

Zu guter letzt meiner heutigen Fotowut gibt es jetzt noch Mr T., Mokka und die Dame des Hauses Nico. Das sind also die drei Racker, die mich heute Nacht den Schlaf gekostet haben und gerade zu dritt mit der von Nico gejagten Maus spielen. Voilà:



und hinterher gleich noch haus und hof





Damit ihr wisst, wie königlich wir hier nun leben, poste ich gleich noch ein paar Bilder vom Haus von außen und den Zimmern innen. Wir haben einen Raum im Keller ganz für uns, dazu ein Bad und eine Dusche, außerdem können wir den gesamten Kellerraum mitbenutzen, in dem Sofa und Tisch stehen und seit neuestem auch ein Schreibtisch, den George für uns besorgt hat. Wir haben ihn natürlich gleich mit unseren Büchern in Beschlag genommen wie man sehen kann.
Die Treppe nach oben führt dann direkt in den kleinen Flur zur Küche und zur Hintertür zum Garten. Durch die Küche kommt man in den Essbereich, dann weiter ins Wohnzimmer und schließlich zur Vordertür. Irgendwo seitlich sind das Arbeits- und Schlafzimmer von Gen und George.
Jetzt wisst ihr bescheid und könnt ganz neidisch auf unser tolles Leben hier sein ;)

jetzt gibts die versprochenen flora-fauna-wander-fotos

Hallo ihr lieben Leser. Heute gibt es eine ausnahmsweise mal etwas größere Auswahl von all den tollen Pflanzen und Tieren, die wir sichten konnten und von uns inmitten von Wald und Pfad und See. Viel Vergnügen!


















2007/09/09

Ahh, die Natur..

das war nämlich so: George (unser vermieter) ist einen monat auf "dienstreise". er asphaltiert den parkplatz eines nobelhotels in Jasper, das liegt weit weg in den Rocky Mountains. weils keine billigere unterkunft gibt, schläft er jetzt 4 wochen kostenlos im 5-sterne-hotel. seine frau Genevieve ist ja bekanntlich geographie-studentin und in dieser eigenschaft ist sie für eine woche auf exkursion irgendwo bei Cache Creek. also haben wir das haus, Genevieves 16 jahre alten Honda und die 3 katzen ganz für uns allein. wir konnten uns also das geld für den mietwagen sparen und mit dem Honda nach Lac le Jeune schüsseln. der hat einen leicht kaputten auspuff und ist demzufolge etwas laut und er mag nicht so gern berge hochfahren, was in dieser bergigen gegend natürlich suboptimal ist. aber sonst ist er brav. ich habe Genevieve also gestern früh um 8 zur uni gefahren. von dort startete ihre exkursion. dann hab ich Julie abgeholt, die in der zwischenzeit leckere brote gemacht hatte für den tag. über den highway und eine bergstraße ging es also raus aus der halbwüste und rein in den wald. der see liegt ca. 42 km von hier und etwas höher.

View Larger Map
dort ist es also nicht so heiß und trocken wie hier. dort angekommen fanden wir keinen kanuverleih (weil wir in der falschen richtung um den see gingen), aber ein schild schlug uns vor, den see wandernd zu umrunden, was wir dann auch taten. das waren dann also ca. 12-16 km, man weiß es nicht so genau. auf dem weg gab es jede menge wilde tiere. also z.b. eichhörnchen, streifenhörnchen, riesenmengen vögel wie spechte, außerdem frösche und elche oder rentiere. die letzten beiden haben wir aber nur gehört, nicht gesehen. irrsinnig schön hier draußen, muss man ja sagen. als wir nach 4 stunden fast ganz um den see herum waren, war da natürlich ein boots- und kanuverleih. aber mich hatte da die lust schon verlassen, zumal wir auch noch einkaufen wollten. der kühlschrank war nämlich ziemlich leer. also sind wir nach einem ausgiebigen picknick am seeufer nach Kamloops zurückgefahren, um in der berühmten Aberdeen Mall (einkaufszentrum) nach Converse Chucks und lebensmitteln zu schauen. aber Chucks gabs nur die blöden standardmodelle und lebensmittel gibts da gar nicht. also sind wir mal durchgeschlendert und haben uns bei Sears, The Bay (nachfolger der Hudson's Bay Company) und so weiter umgeschaut. schließlich noch dvd-rohlinge im Future Shop gekauft und los gings. nein, leider ging garnix los. ich hatte natürlich das licht angelassen (man fährt hier auch tagsüber meist mit licht, safety first und so), sodass nach 1,5 stunden die olle batterie des Honda leer war. also zurück zu Future Shop und den autoradio-fritzen um strom angebettelt. der fragte rum und seine freundin (die da auch arbeitet) hatte ihre jumper cables im kofferraum und so konnte er uns direkt helfen. so mussten wir erstmal 5 km sinnlos rumfahren, um die batterie ein bisschen aufzuladen. dabei haben wir "Kamloops' best housing block" entdeckt. also den schönsten häuserblock, im stadtteil Sahali. naja, war nicht unser geschmack. danach bekam der Honda erstmal eine volltankung für umgerechnet 0,80 € pro liter. natürlich bei laufendem motor, wir wollten erstmal kein risiko mit der batterie eingehen. dann rüber zu unserem lieblings-supermarkt, "the real Canadian superstore". dort die finger gekreuzt und den motor abgestellt. wenn man schon mal motorisiert ist, kauft man auch gleich groß ein. wir haben also etwa 75 $ dort gelassen und einen kofferraum voll lebensmittel gekauft. nach dem abendessen sind wir, wie schon geschrieben, halbtot ins bett gefallen. Julie wurde allerdings von den katzen wach gehalten. die hatten sich in ermangelung ihrer katzenmutti auf ihrer betthälfte niedergelassen. dementsprechend kaputt ist sie jetzt auch. nun sitzen wir ganz gemütlich bei bestem wetter unterm gartenpavillon und machen hausaufgaben bzw. schreiben blog. Julie bereitet grad die bilder zum hochladen vor. das dauert noch, die kommen also später. euch noch einen schönen montag.

Waldwanderung um den Lac le Jeune

Vieles hat sich heut ereignet - um sieben klingelte der Wecker, von um zehn bis 15.00 waren wir wandern, haben dabei viele neue Pflanzen und lustige Tierchen entdeckt, dann haben wir den Wochenendeinkauf tätigen wollen, brauchten zwischendurch aber Starthilfe, weil wir vergessen hatten, das Licht am Auto auszuschalten und jetzt sind wir einfach nur völlig erledigt. Drum gibt es ausführlichen Bericht und viele neue Fotos erst morgen, denn da bleiben wir wohl doch zu Hause, denn es gibt so viele Hausaufgaben zu erledigen. Außerdem sind wir ja seit heute Haus- und Katzensitter für eine Woche. Aber wie gesagt: dazu morgen. Jetzt wird erstmal geschlafen. Gähn.

2007/09/08

vorbei ist die erste Uniwoche




Heute war das seit Tagen angepriesene Welcome Back BBQ. Und: oh man, bin ich immernoch satt! Ein wenig verspätet - es begann bereits um elf - sind wir gegen zwölf an der Uni eingetrudelt und schon von der Bushaltestelle aus waren die Musiker zu hören, die sich auf der TRUSU-Bühne die Kehle aus dem Leib grölten. Auf dem Campus angekommen war die lange Schlange, die sich um die Akkordgriller gebildet hatte, nicht zu übersehen. Da wir natürlich nicht gefrühstückt hatten (wir wussten ja, dass es etwas geben wird..), stellten wir uns erst einmal an. Wider Erwarten kamen wir aber recht bald zuerst zu den Brötchen, dann zum Belag (Zwiebeln, grüne Pampe, die sich dann als saure, aber eher süße, klein rehackte Gurken herausstellte, Senf und Ketchup) und schließlich zu Hot-Dog-Würsten und Hackfleischtalern. Runde eins war also geschafft. Genüsslich verzehrten wir unsere Beute - je ein Hot Dog und einen Burger, schlenderten über den Campus und sammelten nützliche Hinweise etwa zu den Theatervorstellungen des Western Canada Theatre ein, stellten uns an die weitaus kürzere Schlange für ungesunde Zuckergetränke (Cola, Fanta und was man hier eben so trinkt) an, holten uns einen Nachtisch in Form von Minipfannkuchen und Miniblätterteigtasche bei Tim Horton's (ist ein Kaffeladen wie etwa Starbucks, nur dass der Kaffee anscheinend ungenießbar ist) und lächelten der TRU-Eco-Gruppe freundlich entgegen, als sie uns überreden wollten, mit Bus und Rad zu fahren, Müll zu trennen und das Licht auszuschalten. Schließlich haben wir dann aber doch jeder einen Öko-Vorschlag an ihre Pinwand geheftet: meiner lautete "Schalte die Klimaanlage aus". Jawohl. Das nenne ich Energieverschwendung.
Als dann alles abgelaufen war, gab es, selbstverständlich, eine zweite Runde Grillgut, diesmal für jeden zwei Burger, weil die einfach unschlagbar lecker waren. Ich gebe zu, bei meinem dann nun ja schon vierten musste Dan etwas helfen. Was ihn aber nicht davon abhielt, sich noch einen fünften einzuhelfen (räusper). Schokoeis gab es dann auch noch bei den TRU-Alumnis, aber dafür musste sogar eine Frage beantwortet werden, deren Antwort sicherheitshalber direkt vor einem auf dem Tisch zu lesen war. Auch Chips waren zu haben und viele andere Leckereien. Die Kamloops Mounted Patrol ritt tatsächlich auf Pferden über den Campus und beim Stand des Omega, des Unimagazins, gab es ein am Baum hängendes Piñata, das mit verbundenen Augen zerschlagen werden musste, um an den Inhalt zu gelangen. Für uns sprangen Glitzer-Glamour-Metall-Lackstifte und ein paar Süßigkeiten dabei raus..
Zwischendurch sind wir aber auch unseren studentischen Pflichten nachgekommen und haben für etwa drei Dollar die Arbeitsmaterialien unseres einen Kurses kopiert. Dario hatte uns das 18 Dollar teure Script gnädigerweise zu diesem Zwecke geliehen.
Zum Abschluss mit noch einer Cola (Dan) und einer furchtbar süßen, wahrscheinlich ausschließlich aus Zucker bestehenden Fanta (rote Mandarine - trinkt das bloß nie!) in der Hand stiefelten wir dann zu Wal Mart, wo Dan einen Rucksack mit Notebook-Abteil erstand, während mir auf dem Weg dorthin einfach nur schlecht war vom vielen Essen oder süßen Trinken. Jedenfalls hatte ich sofort Seitenstiche und frage mich, ob sich alle Nordamerikaner tagtäglich so fühlen. Denn für unsere Verhältnisse haben wir zwar über die Essstränge geschlagen, aber es war wahrscheinlich das, was für einen Durchschnittseinwohner dieses Kontinents die Regel ist. Aber dafür gibts ja morgen endlich wieder Bewegung, denn wir fahren an einen See. Prost.

2007/09/05

ganz alleine auf dem Campus..

Heute ist Dan den ersten Tag nicht bei mir, sondern waescht zu Hause fein unsere Waesche und organisiert ein Abenteuerwochenende mit dem Kanu. Vielleicht liest er auch fleiszig in der Bibel, denn wir muessen fuer einen Litraturkurs bis morgen die Genesis bis zum Noah-Abschnitt kennen. Jedenfalls hat Dan frei.
Ich dagegen habe mittwochs nicht frei, ganz im Gegenteil. Gerade ist mein Theaterkurs vorbei und das erste, was ich danach getan habe, ist zu Annie ins International Admissions Office zu gehen und diesen Kurs fuer mich in einen reinen Zuhoererkurs zu aendern. So bekomme ich keine Punkte dafuer, darf aber dennoch alles Wissen einsammeln. Der Grund fuer diese Entscheidung war folgender: es ist ein furchtbar schwerer, unglaublich arbeitsintensiver Kurs mit eigenen Forschungen im Theaterbereich, verbunden mit staendigen Praesentationen zu meinem momentanen Forschungsstand und Pflichtgespraechen mit dem Professor, dazu gibt es zwei grosze Klausuren und von den hundert Prozent, die man im Kurs erreichen kann, gibt es zwanzig durch staendig aktive Teilnahme, sprich kluge Gedanken zum Thema, jede Mittwochs-Seminarstunde 2% (montags gibts mehr eine Vorlesung). Aber wie soll ich zum Thema "Theater in British Columbia" forschen und kluge Gedanken haben, wenn ich mich erst seit zwei Wochen hier auf diesem Kontonent befinde? Das war mir dann doch alles zu viel und nun geht es mir auch besser - ich kann auf jene Fall ganz viel mitnehmen aus dem Kurs, dessen Thema uebrigens ueberhaupt ein relativ neues Forschungsgebiet ist, die Forschungen der Mitstudenten verfolgen, montags andaechtig mitschreiben und sicher auch einiges an Ideen fuer mein Diplom mitnehmen. Wenn ich nicht fuenf Kurse belegen wuerde und nebenbei noch ueberhaupt erst das Land kennen lernen wollte, waere dieser Kurs sicher klasse als Diplomvorbereitung, aber daran muss ich schlieszlich auch noch gar nicht denken. Ich bin ja noch nicht einmal mit dem Vordiplom ganz fertig.
Bei Annie gab es dann auch noch gleich einen Cookie, den sie mit mir geteilt hat und Dan, ich soll dich schoen von ihr grueszen. Jetzt habe ich gleich meinen Kunstkurs, mal sehen, wie es da sein wird, aber da alle anderen 200er-Kurse sind (das heiszt fuers zweite Studienjahr) und nur besagter Theaterkurs ein 400er Kurs, wird es dort sicher aehnlich wie gestern sein. Vielleicht ein paar Essays, einen oder zwei Tests, Praesentationen. Das kennt man ja auch von unseren Unis. Und danach ist mein Tag dann auch schon vorbei, ich kann mich wieder in den Bus schwingen und mich zu Hause unseren Hausaufgaben zu morgen widmen. Wenn ich es schaffe, gibt es auch noch ein paar Fotos von den letzten Tagen.
Bis dann also!

2007/09/04

Labour Day und erster Unitag

Heute ist unser erster Unitag. Ihr wundert euch vielleicht, aber ja, gestern hatten wir noch frei, denn es war Labour Day (Tag der Arbeit). Dennoch wurden wir schon früh um sieben von den Katzen geweckt, oder besser gesagt vom "Chef", sprich Mokka. Er hat, da die Katzeneltern ausgeflogen waren, an unserer Tür nach Kuschelungen und Frühstück gebettelt. Diesen Wunsch haben wir ihm selbstverständlich sofort erfüllt, dann alle drei aus dem Haus gelassen und sind, natürlich, wieder ins Bett getaumelt. Irgendwann gabs dann Frühstück (Nutella! Jipee!) und frisch gestärkt wollten wir uns einen Fußweg zur Uni suchen, denn der TRU-Express-Bus fährt nur vormittags und nachmittags, nicht aber abends, wenn wir zum Teil noch an der Uni sind. Aus dem Wegsuchen wurde dann mehr eine Klettertour, aber eine sehr schöne. Denn wir wohnen ja nun nördlich des Flusses und damit unterhalb des Berges, auf dem die Uni ist. Die Straßen schlängeln sich daher mit großen Umwegen langsam nach oben, was uns natürlich zu weit war. Also sind wir zum Teil durch Sagebrush (Wüstenbeifuß, wächst hier überall, dieser Busch) und Gestrüpp geklettert, waren dann nach einer Stunde zwar oben, aber auf der falschen Seite der Schlucht, die vor der Uni ist. Also auf Trampelpfaden hinein geklettert, über den Bach balanciert,, auf der anderen Seite wieder hoch, und voilà - nach eineinhalb Stunden Wanderns standen wir auf dem Campus. Aber ich befürchte, im Winter ist dieser Weg nicht geeignet..
Wo wir schon mal in der Nähe waren, sind wir dann auch gleich im Wal Mart und Superstore einkaufen gewesen, neue Nudelsoße, Jogurt und Brot. Was man eben so braucht. Mit drei Beuteln in der Hand mussten wir dann allerdings feststellen, dass am Feiertag hier zwar alle Geschäfte geöffnet sind, aber kein einziger Bus fährt. Damit hatten wir natürlich nicht gerechnet, denn der Deutsche denkt sich, wie toll, die Läden haben auf und er weiß, irgendein Verkehrsmittel wird heute auf jeden Fall fahren, und wenn es nur stündlich ist. Weit gefehlt. Also wieder zu Fuß zurück. Diesmal voll beladen. Weil wir mit unserem Einkauf nicht unbedingt klettern wollten, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, die Prärie zu vermeiden. Etwa eine Stunde später und völlig fußkrank sind wir dann zu Hause eingetrudelt (Superstore ist ja etwa 15 min vom Campus entfernt, daher wars nun kürzer). Danach war dann nix mehr angesagt, nur ausruhen, essen, fernsehen, lesen. Für den Tag der Arbeit hatten wir genug getan. Übrigens sogar Geld geholt, um unsere Miete zu begleichen - kurios: hier gibt der Automat in jedem Fall nur Zwanziger aus. Wir haben also 32 Zwanziger bekommen. Ein riesiges Bündel. George vermutet, dass es bald gar kein Bargeld mehr geben wird, um Schwarzmarkt und all diese bösen Dinge zu unterbinden. Wäre aber schade, denn die Scheine sind hier so schön bunt und groß und die Queen ist auch auf einem drauf. Sogar auf eben jenem Zwanziger. Vielleicht hat auch sie veranlasst, dass Automaten nur noch "ihre" Scheine ausgeben.
Heute früh gab es dann Schultüten von Dans Mutti mit gaaaanz viel Schoki drin :))). Und dann ging's auf zur Uni mit dem TRU-Express. Wir mussten heut erst 9.30 anfangen und das erste Seminar war auch schon bald vorbei, es gab nur die Richtlinien, wie man an gute Noten kommt und was so gemacht werden wird im Kurs. Bis Donnerstag muss Dan jetzt erst mal das ganze Alte Testmaent nachholen. Nein, Spaß, nur das erste Buch Mose bis zu Noah. Denn wir werden untersuchen, wo sich in englischer Literatur biblische und klassische griechische und römische Spuren finden lassen. Oder vielmehr will uns unser Prof zeigen, dass man, ohne die Bibel zu kennen und Homer und Aneid und so, die englische Literatur gar nicht verstehen kann. Das sei wie Physik zu studieren ohne von Mathe Ahnung zu haben. Wir werden sehen.
Jetzt ist jedenfalls erst einmal Pause angesagt, Dan hat nachher noch einen Geschichtskurs und dann werden wir gemeinsam lernen, was kanadische Literatur ist. Inzwischen haben wir auch schon unsere Adressänderung bei der Bibliothek bekannt gegeben und sammeln jetzt irgendwelche Stempel in einem Erstsemestlerpass in allen Unigebäuden, um dann den Hauptpreis zu gewinnen, der letztes Mal Erlass der Studiengebühren war. Chakkaaa.

2007/09/02

Umzugstag!

heute war endlich der umzug in unsere neue bleibe angesagt. also motelzimmer leerräumen, auschecken und mit unserem inzwischen gewachsenen gepäck zum bus rüberlaufen. alle dachten, wir wären auf dem weg zum wandern. Genevieve und Levon haben uns freundlich aufgenommen. wir sind dann gleich mit Levons riesen-pickup-truck zum einkaufen mitgefahren und haben auf dem weg dorthin gleich noch ein paar freunde der beiden kennengelernt. jetzt gibt es erstmal lecker barbeque. also steaks vom grill, greek salad und bier. wir lesen uns später.

2007/09/01

jep, seh ich auch so

Nachdem all unsere Habe wieder in den Taschen und Rucksäcken verstaut ist (man bedenke all die Bücher und sinnvollen Infomaterialien, die jetzt hinzu gekommen sind und unseren kompletten Rollkoffer füllen!), habe ich mich jetzt auch kurz mal nach Springfield begeben.

Übrigens gabs heute ja den ganz tollen Brunch, vorbereitet von unseren Culinary Arts-Studis. War wirklich prima, es gab zum Beispiel bunte Tortillas; jetzt wissen wir endlich, wie sie schmecken - ich glaub, das ist aber nur der Farbstoff, der sie so witzig aussehen lässt. Nichtsdestotrotz waren sie toll fluffig. Dazu gabs Gemüse und zwei Dips, außerdem Schnittchen mit Thunfischpampe oder anderen Weichbelägen (war leckerer als es sich vielleicht anhören mag), Mini-Mini-Frühlingsrollen und mit grünem Zeug gefüllt Blätterteigtäschchen plus scharfer Soße, außerdem kleine, sehr süße oder wahlweise klebrige Küchlein, eine Flasche Wasser und undefinierbaren Saft (vielleicht, aber nur viellicht, war es Pampelmuse). Mit all dem Essen angelockt wurden unsere neuen kanadischen Erstsemestler samt Muttis, Vatis und Geschwistern dann auch fast unbemerkt zu Orientierungsveranstaltungen gezerrt. Die erste war noch spannungsreich, dort redete der TRUSU (bei uns Asta oder StuRa), aber der Rest war mehr so: Wie lerne ich leben und was machen meine Kinder hier an der TRU eigentlich? Also Hinweise wie: ruft immer fein die Mutti an, die sorgt sich, schreibt den Freunden SMS, denn die ersten zwei Wochen werden sooo schwierig für euch, und liebe Eltern: im Dezember müsst ihr den Kindern Pakete mit Süßigkeiten schicken und sie besonders lieb haben, denn da lernen sie für die harten Prüfungen. *räusper*. Wir haben us demenstprechend auch bald abgeseilt. Und wie gesagt Taschen gepackt sowie unser Pfand abgegeben. Zumindest das, was unsere Putzfrau nicht gestern aus Versehen mit in den Müll getan hat (ja, sie hat ernsthaft unsere zwei großen Saftpackungen und die leere Milch entführt! Jeweils 20ct Pfand!), sprich die restlichen Tetrapacks und die kleinen Wasserflaschen, die wir hauptsächlich von der Uni bekommen hatten *nochmal räusper*. Und jetzt schauen wir mal, was das kanadische Fernsehen so hergibt. Richtige Nachrichten haben wir bisher nicht gefunden. Drum wissen wir auch gar nicht, ob Europa noch lebt. Lebt ihr noch?

draußen regnets, also ab ins internet und simpsonize me!